Die fundamentalen Grundlagen des Geigenbaus liegen in den Entwicklungen und Entdeckungen der goldenen Periode des Geigenbaus in Italien, deren Blütezeit durch die Lebensdaten der Familien Amati, Stradivari und Guarneri umrissen werden können. Die kunsthandwerklichen Fähigkeiten zu dieser Zeit waren außerordertlich und der moderne Geigenbau orientiert sich an den damaligen ästhetischen Idealen - sowohl im Klang als auch in Bezug auf Form und handwerkliche Ausführung.
Trotz moderner Technik und maschineller Werkzeuge ist das handwerkliche Können mit von Hand geführten Werkzeugen zwingende Voraussetzung für den Erfolg im modernen Geigenbau.

Der Ästhetikbegriff dieser Zeit beinhaltet nicht das Präsizions- und Perfektionsstreben von heute, sondern er läßt Spielraum für Ausführungsdetails in Form und Gestalt, die sich im Geigenbau u.a. in der Modellwahl, der Wölbung, der Gestaltung der Schnecke, des Einlagespans (Randverzierung) und in der Lackierung offenbaren.

Nicht die stoische Uniformität ist Kennzeichen des handwerlichen Könnens, sondern die Individualität in der perfekten Ausführung eines handwerklichen Details. Das von Hand gebaute Instrument ist ein Unikat und hat - trotz des Vorhandenseins eines klanglichen und baulichen Konzepts - eine individuelle Note, die es auszeichnet und von Manufakturinstrumenten unterscheidet. Hiernach strebe ich.

Der Neubau ermöglicht es zudem, die Wünsche und Vorgaben des Musikers zu berücksichtigen und Elemente zu vereinen, die man bei historischen Instrumenten in der individuellen Kombination lange suchen muss. Die für den Instrumentenbau verwendeten Hölzer sind selbst oder von den wenigen, ausgesuchten Tonholzhändlern geschlagen, aufgespalten und über Jahre, teilweise Jahrzehnte getrocknet. Ein aufwändiger Selektions- und Veredelungsprozess stellt sicher, dass nur die geeignetesten Hölzer zum Einsatz kommen, denn sie definieren die Grenzen dessen, was die kunsthandwerkliche Arbeit aus ihnen zu schaffen vermag. Die Grundierung, die Versiegelung und der aus Naturharzen in komplexen Prozessen gewonnene Lack, werden in definierten Schichten nacheinadner aufgetragen und sind wesentliches Element des Erscheindungsbildes und des Klangs. Jedes Instrument ist eine neue Herausforderung.