Die moderne Naturwissenschaft und die daraus erwachsenen Erkenntnisse über physikalische Eigenschaften bereichern den Instrumentenbau um Hilfmittel, die zur Entstehung von außergewöhlichen Instrumenten beitragen.

Zum einen dienen die Messmöglichkeiten der Erfassung von klanglichen Parametern, die eine Charakterisierung der gewünschten Eingenschaften besonders hochwertiger Instrumente erlauben, um diese zu qualifizieren und quantifizieren. Zum anderen erlauben diese Verfahren die einzelnen Bauphasen und die Qualität der einzelnen Elemente zu überwachen und mittels Simulationen und Analysen Verfahren zu entwickeln, welche die als ideal beschriebenen Eigenschaften zu erreichen helfen.

Durch gezielte Behandlung- und Ausarbeitungsmethoden lassen sich das verwendete Holz im Rohzustand ebenso wie die gefertigten Einzelteile wie Boden, Decke, Zargenkranz, Hals mit Schnecke, das Griffbrett sowie Lackierungen optimieren. Zuletzt wird das fertige Instrument in seinen Klangeigenschaften vermessen.

Hierbei kommen u.a. Schallgeschwindigkeitsmessungen mittels Ultraschall, Spektralanalysen, die Messung der Übertragungsfunktion, des Impedanzverhaltens sowie Modalanalysewerkzeuge zum Einsatz. Neben der Analyse des Instrumentes in Gänze spielt auch die Erfassung und Optimierung der einzelnen Bauelemente der Instrumente eine wichtige Rolle.

Paart man diese Erkenntnisse mit den traditionellen Baumethoden und dem Erfahrungsschatz des historischen Geigenbaus, eröffnen sich für den modernen Instrumentenbau neue Möglichkeiten, um dem Ziel der Schaffung eines auf den Musiker optimal abgestimmten Instrumentens gerecht zu werden. Im Rahmen von Vorträgen (u.a. die Reihe 'Der Stradivari-Code') und weiteren Demonstrationen besteht für Interessierte die Möglichkeit, das Thema intensiver zu beleuchten.